Ball des Sports in WI: Danke!

Am letzten Samstag setzten wir von Warmes Wiesbaden und etwa 25 weitere Teilnehmer_innen ein gemeinsames Zeichen gegen die in Russland begangenen und staatlich organisierten Repressionen und Diskriminierungen von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen. Wir zeigten unsere Solidarität mit den in Russland lebenden Menschen sowie mit den Sportlerinnen und Sportlern, die an den Olympischen Spielen in Sotschi teilnehmen. Der Hessische Rundfunk (ab 05:50), der Wiesbadener Kurier, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Frankfurter Rundschau haben berichtet.

Wir danken allen Teilnehmer_innen, unserem Oberbürgermeister Sven Gerich und dem Vorsitzenden der Deutschen Sporthilfe Dr. Michael Ilgner für ihre Unterstützung. Diese Zeichen, die wir setzen, sind wichtig und richtig.

Schwulsein, Lesbischsein, Bi- oder Transsexuellsein, das ist eben keine Frage des Wollens, des Wünschens, sondern eine Frage der Identität, des Menschseins. Die Olympische Charta muss ernst genommen werden und diskriminierungsfreie Spiele müssen eine Selbstverständlichkeit sein, damit das, was wirklich im Mittelpunkt stehen soll, nämlich der Sportler bzw. die Sportlerin und ihre sportliche Leistung sowie die Begeisterung aller Fans aus allen Nationen, auch wirklich im Mittelpunkt stehen können.

Für die Olympischen Spiele in Sotschi gilt das leider nicht. In Russland werden homo-, bi- und transsexuelle Menschen systematisch ausgegrenzt und sogar von Schlägertrupps zusammengeschlagen. Unzählige Videos finden sich hierzu auf youtube, auch Human Rights Watch hat anlässlich des Beginns der Olympischen Spiele in Sotschi hierzu ein Aufklärungsvideo veröffentlicht.

Die Situation in Russland ist bedrückend und beschämend. Es ist absolut inakzeptabel, wenn ein Präsident, der diese Situation zu verantworten hat, hofiert wird.

Gleichzeitig werden die Sportlerinnen und Sportler munter daran erinnert, dass sie keine politischen Statements abgeben dürfen und im Zweifel eben auch nicht zu dem stehen dürfen, was der ein oder andere vielleicht ist: schwul, lesbisch, bi oder trans*.
Diese Angst vor politischer Propaganda geht sogar so weit, dass das norwegische Team der Langläuferinnen vom IOC abgemahnt wird, weil es anlässlich eines Todesfalls im Trauerflor an den Start gegangen ist, um gemeinsam der Trauer Ausdruck zu verleihen. Der Grund: Das Tragen eines Trauerflors wird nach Regel 50.3 der Olympischen Charta als politische Demonstration verstanden. Das soll eine politische Demonstration sein? Das kann ja wohl nicht wahr sein!
Was sind Sportlerinnen und Sportler, mag man sich da fragen. Sind sie Leistungsmaschinen, denen jedwede Menschlichkeit untersagt wird oder sind sie eben doch das, was wir alle sind: Menschen mit menschlichen Empfindungen und Bedürfnissen.

Gewährleistet in Zukunft diskriminierungsfreie Spiele! Für die Menschen, mit den Menschen, so wie sie sind. Ohne Diskriminierung, mit Respekt und Akzeptanz füreinander, denn: Liebe ist keine Propaganda!

Ball des Sports mit Gerich